Master Thesis
Fall 2025

Vice VersaDie Wechselseitige Bedingtheit Von Stadt & Land Im Raum «Dazwischen»Nadine Willems

Es gibt die Stadt. Es gibt das Land. Und dann gibt es noch einen Raum «dazwischen» der oftmals einer großen Undefiniertheit unterliegt und von einer gewissen Konzeptlosigkeit geprägt ist. Orte, die wir nicht (mehr) als Dorf und (noch) nicht als Stadt bezeichnen möchten (Henkel 2004). Die Faszination dieser Räume liegt gerade darin, dass sie sich wie ein Bild aus unzähligen regionalen und lokalen Mosaiksteinchen zusammensetzen, die eine Vielfalt an Farben und Kontrasten vereinen. Diese Bestandteile verändern sich kontinuierlich, ebenso wie ihre Beziehungen zueinander, wodurch immer wieder neue Gesamtbilder entstehen. Diese diffusen Zonen der Raumüberwindung können als Möglichkeitsraum gelesen werden, in denen neue Formen von Urbanität und Ruralität entstehen können, denn die Begriffe Stadt und Land verweisen aufeinander: „Ohne das Land als Gegenbild, kann von der Stadt nicht gesprochen werden und vice versa.“ (Gestring 2013).

Der Raum «dazwischen» entwickelt seine eigene Sprache – eine, die weder rein städtisch noch rein ländlich ist, sondern zwischen den Zeilen geschrieben wird. Indem er Qualitäten beider Seiten aufnimmt, überlagert und neu interpretiert, entstehen neue «Zwischenqualitäten», die weder Kopie noch Kompromiss sind. Diese «Zwischenräume» formulieren ihre eigene Sprache nicht durch das Entweder-Oder, sondern durch das Sowohl-als-Auch – sie erzählen von einer neuen Form des Aufeinandertreffens von Siedlungsrand und Landschaft, einer anderen Lesbarkeit von Raum. Es ist eine Sprache der Übergänge, der hybriden Rhythmen und mehrdeutigen Bilder.

Randnotizen Am Übergang

URBANES BAND IN DER AGGLOMERATION
Limmattal als Bandstadt

«Dazwischen» Geschrieben

UNBEBAUTER RAUM
Die Stadt-Land-Beziehung als Figur-Grund-Beziehung
DIE WECHSELSEITIGE BEDINGTHEIT
Leitbild, inspiriert von M.C.Escher «Tag und Nacht» (1971)
und Eva Le Roi «Post-City»
GEBAUTER RAUM
Die Stadt-Land-Beziehung als Figur-Grund-Beziehung

Am Rand Der Seiten

AM RAND DER SEITEN
Isometrie vom Raum «zwischen» Spreitebach (AG)
und Dietikon (ZH)

Zwischen Den Zeilen

COLLAGE DER «LÄNDLICHEN QUALITÄTEN»
COLLAGE DER «ZWISCHENQUALITÄTEN»
basierend auf Zeichnungen und Collagen von Eva Le Roi, aus dem Projekt "Post-City", Luxemburgerischer Beitrag zur Architekturbiennale Venedig (2012), gezeigt in Allures,
FRAC Centre (2016)
COLLAGE DER «STÄDTISCHEN QUALITÄTEN»

Die Eigene Erzählung

«SPREITIKON»
Die eigene Erzählung vom Raum «dazwischen»

Ineinandergreifende Erzählungen

«SPREITIKON»
Räumliche Vertiefung vom «ländlichen Übergang»
«SOWOHL-ALS-AUCH»
Isometrische Darstellung vom Raum «dazwischen»
«SPREITIKON»
Räumliche Vertiefung vom «städtischen Übergang»